Woher stammt unser Name?

Informationen zum Projekt: "Gegen das Vergessen"
Während des 2. Weltkriegs sind ungefähr 2500 Menschen aus vielen verschiedenen Ländern, vor allem aus Osteuropa, meist zwangsweise nach Halle gebracht worden. Sie waren in acht Fremdarbeiter-, acht Kriegsgefangenen- und einem Strafgefangenenlager untergebracht, teilweise unter menschenverachtenden Bedingungen. Dazu kam eine unbekannte Zahl von Fremdarbeitern, die in der Landwirtschaft tätig waren.
Von der einheimischen Bevölkerung wurde kaum wahrgenommen, dass in den Lagern viele Kinder lebten, die mit ihren Eltern deportiert oder in der Gefangenschaft geboren worden waren. Insgesamt gab es in deutschen Zwangsarbeiterlagern ca. 150 000 Kinder aus der Sowjetunion, aus Polen und anderen europäischen Ländern. Im Waldlager in Künsebeck lebten Ende des Krieges, im März 1945, 221 Kinder. Bis zum Juni 1944 waren bereits 31 Kinder gestorben. Bis zum Kriegsende starben noch zehn weitere Kinder.
Auf dem Haller Friedhof gibt es 36 Grabplatten von verstorbenen Zwangsarbeiterkindern aus Russland und Polen. In den Gräberakten des Stadtarchivs Halle/W. sind 41 Namen russischer und polnischer Zwangsarbeiterkinder vermerkt, die in Halle verstorben sind. Neun Kinder haben keine Grabplatte bekommen. Drei weitere sind auf dem Haller Friedhof begraben, obwohl sie in den Gräberakten nicht erwähnt werden. Die Gründe dafür konnten bisher nicht geklärt werden.
Der russische Junge Peter Korschak wurde am 11.08.1944 in Künsebeck geboren und starb am 11.02.1945 in Künsebeck. Als letzte „Heimatadresse“ ist in der Gräberakte des Stadtarchivs Halle/W. das Waldlager in Künsebeck angegeben, Todesursache: Pneumonie. Grund für seinen Aufenthalt in Deutschland: Kind.
Bisher sind alle Bemühungen, etwas über das Schicksal seiner Familie zu erfahren, ergebnislos geblieben.
Peter Korschak steht stellvertretend für hunderttausende Kinder und Erwachsene, die während des zweiten Weltkriegs unter menschenverachtenden Bedingungen in Lagern leben mussten und teilweise die Diktatur des Nationalsozialismus nicht überlebt haben.
Zu Beginn des Schuljahres 2007/08 haben die Klassen 8a und 8b der Hauptschule Halle/W. die 36 Gräber der Zwangsarbeiterkinder auf dem Friedhof ihrer Heimatstadt als Ausgangspunkt für das Projekt „Gegen das Vergessen“ gewählt. Ein Jahr lang beschäftigten sie sich im Deutsch- und Geschichtsunterricht mit ihren Lehrerinnen Eva Eggert, Frauke Keßner und Barbara Schipper mit dem Thema „Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg in Halle/W. und Umgebung“. Am Ende stand eine viel beachtete Ausstellung im Haller Rathaus.
Die Schülerinnen und Schüler haben durch ihr Engagement und ihre Arbeit viele der Ziele erreicht, die sie sich zu Beginn des Projektes gesteckt hatten.
Eines der Ergebnisse ist die Umbenennung der Hauptschule Halle/W. in Peter Korschak Schule. Der Name mit seinem Erklärungsbedarf soll dazu beitragen, dass das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus auch in Zukunft nicht vergessen wird, damit sich so etwas Schreckliches nie wiederholt.
Ich soll nicht vergessen
(nach einem Gedicht von Erich Fried)
Ich soll nicht morden
ich soll nicht verraten
Das weiß ich
Ich muss noch etwas Wichtiges lernen:
Ich soll nicht vergessen
Denn wenn ich vergesse
verrate ich
die die unschuldig leiden und sterben mussten
denn wenn ich vergesse
morde ich
die die das Verraten
und das Morden
und das Vergessen ertragen mussten
Wenn ich auch nur den Anfang vergesse
gewöhne ich mich an das Ende
Klasse 8a
Projektablauf:
• 21.08.07: 8a besucht die Kindergräber auf dem Haller Friedhof.
• 24.08.07: 8b besucht die Kindergräber auf dem Haller Friedhof.
• 27.08.07: Die SchülerInnen beginnen mit der Lektüre „Er hieß Jan“ von Irina Korschunow und formulieren Wünsche an das Projekt.
• 31.10.07: 8a besucht Stadtarchiv Halle
• 17.12.07: die Zeitzeugen Pastor Müller und Herr Upmann berichten den Klassen 8a und 8b in der HS Halle.
• 10.01.08: Gespräch mit der Bürgermeisterin Frau Rodenbrock-Wesselmann und SchülerInnen im Haller Rathaus
• 14.01.08: Herr Dr. Sautmann berichtet den Klassen 8a und 8b in der HS Halle
• 24.01.08: Gespräch mit dem Bürgermeister Herrn Keller und SchülerInnen im Borgholzhausener Rathaus
• 28.01.08: SchülerInnen der 8a arbeiten im Stadtarchiv Halle
• 11.02.08: Pressetermin mit Frau Rodenbrock-Wesselmann, Frau Debour, Frau Wohlrab und SchülerInnen in der HS Halle und auf dem Haller Friedhof
• 03.03.08: Frau Schwarze berichtet den SchülerInnen der Klassen 8a, 8b, 9a und 9b in der HS Halle über ihre Arbeit
• 10.03.08: SchülerInnen der 8b arbeiten im Archiv der Stadt Halle
• 22.04.08: Gedenkfeier für den am 22.04.1942 erhängten polnischen Fremdarbeiter Zydzislaw Talma in der Clever Schlucht
• 06.05.08: Beginn der Arbeit an den Kindergräbern auf dem Haller Friedhof
• 17.05.08: Ökumenischer Gottesdienst „Vergiss nicht….“ in der
St. Johanniskirche in Halle
• 19.05.08: Eröffnung der Ausstellung „Gegen das Vergessen“ im Haller Rathaus
• 26.05.08: Erzählcafé im Haller Rathaus und Vortrag und Lesung von Gisela Schwarze
• 12.06.08: Erzählcafé im Haller Rathaus
• 13.06.08: Ende der Ausstellung „Gegen das Vergessen“

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